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SWM 2/2012, ab 20.1. im Handel

Liebe Leserin, lieber Leser,

Laszlo Tolvaj

Die Schützen sind in mancher Hinsicht ein eigenwilliges Volk. Einerseits beklagen sie sich über alles und jeden, sind aber ihrerseits unter keinen Umständen bereit, an den Zuständen etwas zu ändern. Beispiele gefällig? Da braucht man nicht lange zu suchen. Schauen Sie sich nur die letzten Parlamentswahlen an. Nicht einmal die Hälfte der Stimmberechtigten ist an die Urne gegangen. Unter den Abwesenden viele Schützen, Sammler und andere Waffenbesitzer (schliesslich ist ja laut Statistik in mindestens jedem dritten Haushalt eine Waffe vorhanden), die den 13. Februar 2011 anscheinend schon wieder vergessen haben. Entsprechend sind denn die Wahlen herausgekommen; Mitte-Links hat zugelegt, die Bürgerlichen haben verloren. Interessanterweise wurde ich im Vorfeld der Wahlen kritisiert, weil ich vor eben diesen Trends gewarnt hatte. «Wahlpropaganda gehört nicht hierher», hat es da geheissen und nach den Wahlen waren diese Leute sogar froh, dass die SVP Sitze verloren hat. Sie seien stolz, Schützen und SP-Wähler zu sein, verkündeten sie lauthals, für mich eher ein Zeichen von Schizophrenie.

Leider sind auch Verbandsfunktionäre von solchen Ausfällen nicht gefeit. So wurde an der diesjährigen GV der IGS (Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz) die Aufnahme der Old West Shooting Society Switzerland verweigert mit dem Argument, die OWSSS hätte zu wenig Mitglieder. Der selbe Antragsteller wollte übrigens die IGS ebenfalls auflösen, da ja die Volksabstimmung (zur Waffeninitiative) vorbei sei. In der darauf folgenden GV des Vereines gegen die Waffenverbotsinitiative wurden Einzelmitglieder ausgebootet (siehe Artikel Seite 22) mit dem Argument, diese hätten sonst im Vergleich zu Organisationen zu viel (Stimm-)Gewicht. Was ist daran eigentlich falsch? Eine Organisation (z.B. kantonaler Schützenverband mit 15000 Mitgliedern) zahlt 100 Franken (Hundert! Zweihundert wurden abgelehnt) Mitgliederbeitrag, während ein Einzelmitglied 50 Franken zahlte (also gleich viel wie 7500 Kollektivmitglieder). Mit solchen Beschlüssen werden die Chancen vertan, möglichst alle Schützen in eine schlagkräftige Organisation zusammenzuführen, um deren Interessen auch in Zukunft wahren zu können. Eigentlich schade, oder?

Ihr Laszlo Tolvaj
Chefredaktor




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